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Die 3 wichtigsten Aufhängungsarten für stationär montierte Elektrokettenzüge – Teil 1 Betondecken

Damit Elektrokettenzüge gefahrlos und rechtssicher eingesetzt werden können, muss im Vorwege die richtige Aufhängungsart zweckbedingt bestimmt, die korrekte Anbringung durchgeführt und die Anbringung dokumentiert werden. Aspekte, die hier zu klären sind, beinhalten Fragestellungen wie: Wie schwer ist meine Last? Was möchte ich heben, brauche ich eventuell ein Lastaufnahmemittel? Wie hoch muss ich heben? Wie schnell möchte ich heben (Hubgeschwindigkeit)? Welche Lebensdauer verlange ich von dem Zug (FEM-Einstufung)? Wo und wie kann ich den Zug aufhängen (Statik)? Ist genügend Platz für den Zug? Möchte ich eine stationäre Bedienung oder eine Funksteuerung. Habe ich eine Anschlussmöglichkeit für Strom? Brauche ich 400 V oder 230 V?

Im folgenden Artikel beantworten wir konkrete Fragen und erläutern, worauf Sie dabei achten müssen.

1. Wie bestimme ich den richtigen Elektrokettenzug für meine Betondecke?

Zur Auswahl des richtigen Elektrokettenzug sollten folgende Kriterien überprüft werden:

Nutzungsdauer

Hebezeuge werden durch die Hersteller in Beanspruchungsgruppen, die FEM- Gruppen eingestuft. Diese Angaben sagen dem Fachmann, welche vom Hersteller festgelegte Nutzungsdauer dem Betreiber zur Verfügung gestellt wird. Angaben wie beispielsweise 1Am= 800 Volllaststunden oder 2m= 1.600 Volllaststunden sind wichtige Daten, um das richtige Hebezeug zu bestimmen. Doppelte Volllaststunden bedeuten aber nicht doppelter Preis.

Steuerungsanforderungen

Die Steuerungsanforderung ergibt sich durch den geplanten Einsatz. Speziell bei großen Hubhöhen oder unübersichtlichen Baustellen werden neben den gebräuchlichen Drucktasten-Steuerflaschen an einer Hängesteuerleitung immer häufiger Funksteuerungen zur sicheren Steuerung eines Hebezeuges eingesetzt. Funksteuerungen sind handlich und sehr betriebssicher und im Laufe der Jahre deutlich preiswerter geworden. Durch die Vermeidung von Verständigungsproblemen wird die Arbeitssicherheit deutlich verbessert. Der Bediener kann sich eine optimale Position für eine bessere Sicht suchen, ist bei entsprechender Standplatzwahl vor herabfallenden Gegenständen besser geschützt.

Grundlegende Kriterien, die zur richtigen Auswahl führen sind:
•    Erforderliche Traglast
•    Hubhöhe/Dicke der Betondecke
•    Einsatzumgebung (Feuchtigkeit, Stäube oder mechanische Beanspruchungen)
etc.

2. Welche Folgen können bei falscher Auswahl eines Elektrokettenzuges, falscher Anbringung oder Nichteinhalten rechtlicher Bestimmungen bei der Anbringung entstehen?

Die verbrauchte Nutzungsdauer muss durch den Kranprüfer jährlich berechnet werden. Werden diese Angaben beim Kauf nicht berücksichtigt, kann dies zu hohen Instandhaltungs- und Reparaturkosten führen. Oft ergeben sich ungeliebte Ausfälle gerade dann, wenn das Hebezeug am Dringendsten benötigt wird. Im Extremfall, bei sehr stark genutzten Elektrokettenzügen in der Produktion, kann dies dazu führen, dass bereits nach wenigen Jahren eine sogenannte Generalüberholung nach Herstellervorgaben oder die Anschaffung eines Neugerätes erforderlich wird.

Ein weiteres Kriterium ist die Angabe der Einschaltdauer, angegeben in % ED. Speziell bei Elektrokettenzügen, die bei Arbeiten mit großen Hubhöhen eingesetzt werden, kann die Einschaltdauer bereits bei der Anschaffung zu einem Ausschlußkriterium werden. Bei einer zu geringen %- Angabe besteht die Gefahr, dass durch übermäßige Temperaturentwicklung des Hubmotors die Wicklungsisolation verbrennt und das Gerät unvermittelt ausfällt.

Um ein Hebezeug zudem wirtschaftlich betreiben zu können, kommt auch der gekauften Hubgeschwindigkeit große Bedeutung zu. Ein preiswertes Hebezeug mit zu geringer Hubgeschwindigkeit kostet im Betrieb unmerklich Geld durch entsprechend lange Hubzyklen.

Die Verbindung von Hubgeschwindigkeit mit der Einschaltdauer ist somit ein weiteres wichtiges Entscheidungskriterium.

Doppelte Hubgeschwindigkeit oder eine höhere FEM- Einstufung verdoppelt nicht den Anschaffungspreis! Eine Beratung durch erfahrene Hebezeug- Spezialisten hilft, die Investitionen sinnvoll in die richtigen Bahnen zu lenken, die Betriebs- und Ausfallsicherheit zu erhöhen und die Instandhaltungskosten stark zu minimieren.

Häufig werden, neben den zuvor genannten Kriterien, für wechselnde Baustellen aus Unkenntnis und aus Kostengründen auch Elektrokettenzüge mit Hauben und Zubehör aus Kunststoff eingesetzt. Dies führt zwangsläufig zu kostenintensiven Beschädigungen oder zu gefährlichen Betriebszuständen und Unfallgefahren, wenn Abdeckungen der elektrischen Ausrüstung beschädigt werden. Hier raten wir zu wertigen Geräten, die sich als letztendlich zuverlässigere und langfristig preiswertere Lösung anbieten, mit höherer Lebensdauer, weniger Ausfallzeiten, geringerem Verschleiß und sich daraus ergebendem geringerem Reparatur- und Kostenaufwand.

3. Für welche Umgebungen kommt die Anbringung von Elektrokettenzügen an Betondecken in Frage?

Zu den Umgebungen für die Anbringung von Elektrokettenzügen an Betondecken gehören unter anderem
•    Werkstätten
•    Produktions- und Fertigungslinien
•    Reinräume
•    Labore
•    Lagerräume
•    Baustellen

4. Wie kann gewährleistet werden, dass die Betondecke die an Ihr wirkenden Kräfte tragen kann?

Grundsätzlich wird hierfür ein Baustatiker benötigt. Nach erfolgter Prüfung ist ein schriftlicher Nachweis durch den Baustatiker erforderlich, um den gesetzlichen Vorgaben gerecht zu werden. Die Prüfung hält beispielsweise folgende Punkte fest.

1)    Die Betonstärke
2)    Die Betongüte
3)    Güte der benötigten Schrauben bzw. Dübel
4)    Güte der erforderlichen Klemmen


Geeignete Baustatiker, welche die Überprüfung und Dokumentation für die Anbringung Ihres Elektrokettenzuges an einer Betondecke vornehmen finden Sie beispielsweise unter:
Statiker in den gelben Seiten
Statiker, gelistet in „das Örtliche“
Statiker auf muenchen.de
Statiker auf „meinestadt.de“
oder durch uns.

5. Welche Dübel und Anker werden zur Anbringung von Elektrokettenzügen an Betondecken benötigt?

Zur Anbringung von Elektrokettenzügen an Betondecken wird ein Dübel oder Anker mit einer Zulassung für dynamische Beanspruchung benötigt.

Ein Mitarbeiter mit einer entsprechenden Schulung für Dübelmontagen bringt nach Vorgaben des Dübel-Herstellers mittels eines Hammerbohrers oder einer Schlagbohrmaschine ein Bohrloch mit erforderlichem Durchmesser und Tiefe in den Beton ein. Eine entsprechende (weiterführende) Schulung wird beispielsweise in dem Kurs „Sachkundenachweis Befestigungstechnik Metall“ angeboten.

Die Vorgaben aus der den Dübeln beiliegenden Montageanleitung sind genau zu befolgen. Für Problemlösungen bieten sich die führenden Hersteller bereits bei der Planung an, um die optimalen Dübel und Anker zu bestimmen.

6. Welche Bohrmaschinen sind zur Anbringung von Elektrokettenzügen an Betondecken nicht geeignet?

Verboten ist der Einsatz von Kernloch-Bohrmaschinen die gerne genutzt werden, da sie die Bohrarbeiten deutlich erleichtern. Diese Kernloch- Bohrungen sind nicht zugelassen, da die Wandungen des Bohrlochs dann eine nicht ausreichende Oberflächenrauigkeit aufweisen. Dies führt zur Verwerfung der Bohrung!

Haben Sie weiterführende Fragen zum Thema Aufhängung von Elektrokettenzügen? Dann freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme oder einen Kommentar, hier in unserem Blog.

Der 2. Teil dieser Artikelserie folgt demnächst.

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